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NEXUS Magazin 67, Oktober-November 2016

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Nizza: Anatomie eines Anschlags (Teil 1)

NizzaNizza, 14. Juli 2016. In den Abendstunden des französischen Nationalfeiertags macht der radikalisierte Mohamed Lahouaiej Bouhlel mit einem gemieteten Lkw Jagd auf Passanten und rast in eine ausgelassene Menschenmenge. Nur wenige Minuten dauert die zwei Kilometer lange Amokfahrt auf der Promenade des Anglais, dann wird der Täter durch das beherzte Eingreifen der Staatspolizei gestoppt.

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Plausibilität der Geräuschkulisse und Reaktion der Passanten

Ein 19-Tonnen-Lastkraftwagen ist kein Leisetreter. Durch die hohe Geschwindigkeit sind Motorgeräusch und Abrolllärm beträchtlich. Ein Lkw, der auf dem breiten Gehstreifen der teils gesperrten Promenade des Anglais fährt und von den Straßenlaternen beleuchtet wird, müsste von Passanten bereits von Weitem gehört und gesehen worden sein. Kam es bereits im Vorfeld zu Kontakten mit Fußgängern, würden markerschütternde Schreie zu hören gewesen sein. Auch diese können Passanten unmöglich überhört haben.

Die Breite eines Lkws ist mit 2,55 Metern angegeben. Sollte sich demnach ein Passant genau in der Mitte befinden, müsste er 1,27 Meter auf die eine oder andere Seite ausweichen. Mit zwei kleinen Schritten ist das nicht schwierig. Da ein Lkw bei hoher Geschwindigkeit nicht plötzlich seine Richtung ändern kann, sollte der Passant seinen Fahrtweg erahnt haben und entsprechend reagiert haben können. Darüber hinaus sind Städter von Kindesbeinen an mit Fahrzeugen konfrontiert. Ein Lkw, der auf einem Gehstreifen fährt und auf einen zurast, wird genauso im Unbewussten abgehandelt, als würde man gerade eine Straße überqueren: Man versucht, dem Fahrzeug auszuweichen und sucht einen sicheren Platz auf. Unter keinen Umständen würde jemand einfach stehen bleiben.

Fazit zur Tatwaffe

Es ist schwer vorstellbar, dass der „unbefleckte“ Lkw 86 Menschen getötet und über 400 verletzt haben soll. Auf sämtlichen Fotos und TV-Bildern finden sich nicht die geringsten Anzeichen von Blutspuren, Blutspritzern, Kleiderfetzen oder Körperteilen. Auch ist es schwer vorstellbar, dass der Fahrer seinen Lkw mit einer außerordentlich hohen Geschwindigkeit im Zickzackkurs fortbewegt, Straßenlaternen ausgewichen und gleichzeitig Schüsse aus seiner Pistole abgegeben haben soll. Unverständlich scheint auch die Reaktion der Passanten, die keine Anstalten machten, dem Fahrzeug auszuweichen oder andere Passanten durch Zurufe zu warnen.

(3) Überliefertes Videomaterial

Vermutlich wird man an dieser Stelle einwerfen, dass es Videoclips gäbe, die beweisen würden, dass ein Lkw in eine Menschenmenge fuhr. Was gibt es zu sagen über dieses „Beweismaterial“, das über verschiedene Social-Media-Kanäle an die Öffentlichkeit gelangt ist und von den großen Medienhäusern bereitwillig – wenn auch entschärft – gezeigt wurde? Dabei interessieren uns in erster Linie nur jene Aufnahmen, die einen fahrenden Lkw zeigen, der in eine Menschenmenge fährt. Weniger interessant sind Aufnahmen, die nur das Ausmaß der vermeintlichen Amokfahrt zeigen und somit nichts zur Entstehungsgeschichte beitragen können. Man beachte dabei, dass diese mit mäßiger Qualität gefilmten Videoclips, die Verletzte und Tote zeigen wollen, keine eindeutige Aussage darüber zulassen, ob es sich bei den regungslosen Körpern tatsächlich um menschliche Leichen handelt. Falls Sie wissen wollen, wie ein Motorradfahrer aussieht, der mit einem Lkw kollidiert ist, können Sie auf Liveleak.com mit dem Suchbegriff „Motorcyclist Crushed By Truck In Accident (Nicaragua)“ einen schonungslosen und in guter Qualität gefilmten Videoclip sehen. Die Bilder sind natürlich nichts für sensible Gemüter – ich muss Sie deshalb warnen. Andererseits, wie sonst sollten man den Unterschied zwischen Realität und Fiktion jemals erkennen können? Ihre Wahrnehmung kann gerade in Zeiten digitaler Bild- und Filmdaten recht leicht getäuscht werden. In der britischen Studie „Can Fabricated Evidence Induce False Eyewitness Testimony?“ heißt es gleich zu Beginn:

„,Eine Zeit lang dachten wir, dass Fotografien die Realität festhielten. Nun wissen wir, dass diese die Realität erfinden‘, schreibt Holland Cotter von der New York Times. Er hat natürlich recht: Digitale Trickserei ist ein wesentlicher Bestandteil unseres täglichen Lebens.“16

Videomaterial: fahrender Lkw

Es finden sich im Web drei Videoclips, die einen fahrenden weißen Lkw zeigen. Es gibt keine Möglichkeit festzustellen, ob diese Aufnahmen tatsächlich mit dem Ereignis in Verbindung stehen. Bei zwei der drei Clips blieben die Filmemacher anonym. Theoretisch könnte sich ein ehrgeiziges Hacker-Team die Mühe gemacht haben, sehr zeitnah einen kurzen Videoclip herzustellen, um für Verwirrung zu sorgen. Beachten Sie, dass diese beiden unbestätigten Clips zu einem Zeitpunkt ins Web gestellt wurden, als sich das offizielle Narrativ bereits herauskristallisierte: Lkw-Fahrer rast mit Absicht in Menschenmenge.

Nizza3

Abb. 3: Screenshot aus dem Videopclip, den Richard Gutjahr vom Balkon des Westminster-Hotels aus gefilmt hat. Der Lkw fährt langsam auf der Straße von rechts nach links, bis er bei Sekunde 11 beschleunigt (im Bild). Das komplette Video finden Sie in der ARD-Mediathek.17

Clip 1: Das Gutjahr-Video

Im ARD-Archiv17 ist die Aufnahme, die Richard Gutjahr vom Balkon des Westminster-Hotels drehte, ziemlich genau eine Minute lang. Danach erfolgt ein Schnitt und man sieht Aufnahmen von der Straße. Es gibt noch eine längere Version, die zeigt, wie der Filmer in Deckung geht und zu jemandem ruft „Terrorist attack! It’s a terrorist attack!“, worauf eine weibliche Stimme zu hören ist: „Really?“ Dieser um zehn Sekunden längere Mitschnitt wurde nach einer Beschwerde Gutjahrs von den Verantwortlichen beim BR wieder entfernt.35

Der Filmclip, aufgenommen mit einem iPhone, ist in seiner dramatischen Wirkung nicht zu unterschätzen und gehört(e) zum einflussreichsten Perzept, das das offizielle Narrativ (IS-Terrrorist rast mit Lkw in feiernde Menschenmenge) in der breiten Masse verankern sollte. Beachten Sie dabei die Titel bzw. Untertitel des Clips auf der Webseite des Bayrischen Rundfunks18: „Der Moment, als Lkw in Menschenmenge rast“ und der ARD: „Lkw rast in Menschenmenge in Nizza“. Da man aber das Fahrzeug nicht in eine Menschenmenge rasen sieht, sind Titel und Kommentare zu diesem Clip als suggestiv zu bezeichnen. Was man sehen kann, ist ein weißer Lkw, der auf der Straße langsam von rechts nach links fährt und schließlich aus dem Bild beschleunigt. Instinktiv hat man sogar den Eindruck, dass das Fahrzeug seine Fahrt wieder verlangsamt, dies kann aber aufgrund der verdeckten Sicht (Grünstreifen) nicht zweifelsfrei festgestellt werden. Auch sieht es so aus, als würde die Straße bis zum Pavillon frei von Fußgängern sein, da Passanten diese rechts und links verlassen haben – man kann sehen, wie sie über den Fahrbahnteiler (Grünstreifen) gehen und damit die Straße vor dem Lkw freimachen. Der Clip beweist nicht, dass der Lkw in eine Menschenmenge fuhr.

Clip 2: Frontansicht des beschleunigten Lkws

Zuerst sieht man die kleine Bühne, auf der eine Band spielt. Der Filmer schwenkt nach links (man sieht übrigens jene fünf Besucher, die später von Fotograf Antoine Chauvel vermutlich in Höhe des Boulevard Gambetta fotografiert wurden), dann schwenkt er zurück, vorbei an der Bühne, schwenkt weiter, bis er die Straße für einen kurzen Moment im Bild hat und man einen im Hintergrund rasch größer werdenden Lkw ausmacht. Der Filmer dürfte den Lkw anfänglich nicht wahrgenommen haben, doch kurze Zeit später wird das Mobiltelefon panisch bewegt. Der Lkw dürfte sehr knapp am Filmer vorbeigefahren sein, trotzdem ist das Geräusch eines Dieselmotors nicht zu vernehmen.

Stutzig machen einen auch fehlende Windgeräusche im gesamten Clip – man hat das Gefühl, es sei windstill. An diesem Abend war es aber an der Küste sehr windig, wie wir in einer anderen Videoaufnahme20 sehen und hören können.

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