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NEXUS Magazin 67, Oktober-November 2016

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Magnetsinn bei Menschen entdeckt

sinneVögel, Insekten und einige Säugetieren haben die Fähigkeit, das Erdmagnetfeld wahrzunehmen. Das ermöglicht ihnen, weite Strecken zurückzulegen und sich in ihrer Umgebung zu orientieren. Der Geophysiker Dr. Joe Kirschvink vom California Institute of Technology (Caltech) hat nun verlautbart, diesen Sinn erstmals auch beim Menschen entdeckt zu haben.

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Kirschvink behauptet, dass seine Ergebnisse reproduziert und verifiziert werden können. Das war bisher bei Experimenten zu unserem Magnetsinn, der sogenannten Magnetorezeption, nicht möglich.

Der biologische Vorgang der Magnetorezeption wird mit zwei konkurrierenden Hypothesen erklärt: Das eine Lager glaubt, dass erdmagnetische Felder Quantenreaktionen in „Cryptochtomen“ genannten Proteinen hervorrufen; das andere Lager erwägt die Möglichkeit, dass es im Körper Rezeptorzellen gibt, die Magnetit enthalten und sich nach dem Magnetfeld ausrichten. Allerdings kann keine der beiden Hypothesen diese Fähigkeiten schlüssig beweisen.

Bei früheren Experimenten lag die Schwierigkeit darin, dass sie sich nicht wiederholen ließen. Möglicherweise haben elektromagnetische Interferenzen die Ergebnisse gestört.

Um dies auszuschließen, konstruierte Kirschvink im zweiten Untergeschoss des Caltech einen Faraday’schen Käfig zur Abschirmung des elektromagnetischen Hintergrundrauschens. Die Versuchsteilnehmer saßen in völliger Dunkelheit in dem Käfig und waren an EEG-Monitore angeschlossen, um ihre Gehirntätigkeiten aufzuzeichnen. Dann wurden sie einem dem Erdmagnetfeld ähnlichen rotierenden Magnetfeld ausgesetzt, um mögliche Veränderungen in der Gehirntätigkeit festzustellen. Dabei wurde deutlich, dass bei einer Drehung des Magnetfelds gegen den Uhrzeigersinn die Alphawellen der Teilnehmer abfielen. Darüber hinaus verzögerte sich die neuronale Antwort um ein paar hundert Millisekunden, was nach Kirschvink eine aktive Reaktion des Gehirns bedeutet.

Eine ähnliche Reaktion wurde auch festgestellt, wenn das Magnetfeld in den Boden geführt wurde. Keine Reaktion gab es, wenn das Magnetfeld nach oben geführt wurde oder sich im Uhrzeigersinn drehte. Das könne ein Hinweis auf die Polarität unseres inneren Kompasses sein, so Kirschvink.

Quelle: ScienceAlert.com, 27.06.2016, http://tinyurl.com/j6hstb5

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