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Luftdetonation zerstörte Teile des Nahen Ostens

Eine „kosmische Luftdetonation“ nach Art des Tunguska-Ereignisses könnte einer neuen Studie zufolge innerhalb von Sekundenbruchteilen eine alte Zivilisation im Nahen Osten ausgelöscht haben – ein erschreckendes Beispiel dafür, wie fragil das Leben auf der Erde ist. Die Analyse 3.700 Jahre alter archäologischer Funde aus der Grabung im jordanischen Tall el-Hammam deutet darauf hin, dass ein Explosionsereignis „mit starker Hitzeentwicklung etwa 500 Quadratkilometer Land nördlich des Toten Meers verwüstete“ und dabei innerhalb eines Augenblicks eine blühende Kultur auslöschte, die Jahrtausende lang existiert hatte.


Da es keinen Einschlagkrater gibt, nimmt das Forscherteam an, dass die Zerstörung durch eine Luftdetonation in geringer Höhe – nicht mehr als einen Kilometer vom Erdboden entfernt – stattgefunden hat. Die Explosion war so heftig, dass der Zirkon in der Keramik der besagten Kultur bei Temperaturen bis 4.000 Grad Celsius zu Gas sublimierte. Zum Vergleich: Die Temperatur auf der Sonnenoberfläche beträgt etwa 5.000 Grad Celsius. Die Keramik selbst verglaste angeblich.

Durch Radiokarbondatierung am Ausgrabungsort wurde festgestellt, dass Lehmziegelmauern „vor rund 3.700 Jahren plötzlich verschwanden und nur steinerne Fundamente zurückließen“.

Im Gegensatz zum Tunguska-Ereignis im Jahr 1908 ereignete sich diese Explosion in einer für damalige Verhältnisse stark bevölkerten Region und könnte zwischen 40.000 und 65.000 Menschen, die im Mittleren Ghor – einer 25 Kilometer umfassenden kreisförmigen Ebene Jordaniens – lebten, getötet haben. Der Explosionsradius des Tunguska-Ereignisses war fast viermal so groß. Dort wurden beinahe 2.000 Quadratkilometer Taigawald niedergewalzt, was darauf hindeutet, dass die Explosion in größerer Höhe stattfand.

Der äußerst ertragreiche Boden des Mittleren Ghor wurde durch die Hitze unfruchtbar gemacht und dann vom anhydriden Salzwasser aus dem Toten Meer, das nach der Luftdetonation als Tsunami die Ebene überspülte, noch mit Salz angereichert. Die Gegend benötigte fast 600 Jahre, um sich davon zu erholen.

„Dass die fruchtbarsten landwirtschaftlichen Nutzflächen der Region, von deren Ertrag blühende Zivilisationen mindestens 3.000 Jahre lang leben konnten, auf einmal unbewohnt und dann längere Zeit unbewohnbar waren, war einer Untersuchung durchaus würdig“, heißt es auf der Website des Grabungsprojekts.

Es gab Stimmen, die das Ereignis mit der in der Bibel beschriebenen Zerstörung der Stadt Sodom in Verbindung brachten, zumal die Stätte Tall el-Hammam schon länger von vielen Forschern mit der „sündigen Stadt“ des Altertums gleichgesetzt wird. Allerdings steht der endgültige Beweis dafür noch aus.

Quelle: RT.com, 29.11.18; 2018; http://tinyurl.com/yajvduf5